united docs präsentiert Meilensteine der Geschichte und Wissenschaft
Köln/Hamburg, 24. November 2008 - Die German Screenings, die größte Vekaufsmesse für deutschsprachige Fernsehprogramme, findet in diesem Jahr bereits zum 33. Mal statt. German United Distributors, Telepool, Deutsche Welle und ORF stellen vom 30. November bis 4. Dezember im Hamburger Le Méridién gemeinsam ihr Programm vor. Das Angebot umfasst deutsche Dokumentationen, Features, Comedys, Familiendramen, Krimiserien, Kinderprogramme, Musik und Wildlife Formate - teilweise mit englischen Untertiteln. Es werden rund 200 Programmeinkäufer aus aller Welt erwartet, die die deutschen TV-Highlights abseits der Öffentlichkeit begutachten. Typisch für die German Screenings sind individuelle Filmvorführungen in Hotelzimmern, bei denen jeder Teilnehmer umfassend und persönlich vom jeweiligen Salesteam beraten wird. united docs setzt in diesem Jahr auf Meilensteine der Geschichte und Wissenschaft und stellt gleich zwei außergewöhnliche Dokumentationen vor: "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" ist ein einfühlsames Porträt (95') über den Nobelpreisträger Eric Kandel, einer der bedeutendsten Hirnforscher des 20. Jahrhunderts. Zweites Highlight ist die WDR-Dokumentationsreihe "Wir Europäer" (6 x 45'). Der Sechsteiler ist eine Entdeckungsreise durch die Geschichte Europas vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart - auf der Suche nach der europäischen Identität.
"Insbesondere in Zeiten des Umbruchs und der allgemeinen Unsicherheit ist es wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten und den TV-Zuschauern fundiertes Hintergrundwissen zu vermitteln. Krisen als Chancen zu begreifen und aus der Geschichte anderer zu lernen. Das ist auch für das internationale Fernsehpublikum interessant," ist sich Silke Spahr, Geschäftsführerin der german united distributors, sicher. "Qualitätsfernsehen bildet. Die beiden Dokumentationen, die wir auf den diesjährigen German Screenings vorstellen, zeigen Zusammenhänge auf, geben dem Zuschauer neue Impulse und fördern ein besseres Verständnis für Ursache und Wirkung," so ihr Résumée über das dokumentarische Biopic über den bekannten Hirnforscher Eric Kandel und den Sechsteiler, der die historische Entwicklung Europas facettenreich beleuchet.
"Wir Europäer" begibt sich auf die Suche nach der europäischen Identität. Ist "Europa" nur ein Konstrukt - eine wirtschaftliche und politische Zweckgemeinschaft? In 50 Ländern herrscht eine Vielfalt von Sprachen, Kulturen und Regionen. Was verbindet die Menschen von Reykjavik bis Malta, von Lissabon bis Moskau? Die sechs lebendigen und abwechslungsreichen TV-Dokumentationen versuchen, Antworten zu finden. Sie skizzieren die Renaissance, das freie Denken, die Entwicklung der Wissenschaften, die Entstehung der Markt- und Geldwirtschaft, Krieg und Frieden zwischen christlichen Konfessionen, Revolutionen und Demokratisierung, den Wunsch nach persönlicher Freiheit, Selbstbestimmung und Volks-souveränität sowie die Bildung von Nationalbewusstsein und Heimatgefühl. Jede der 45-minütigen Folgen stellt am Beispiel herausragender Persönlichkeiten die prägenden Ideen, Ereignisse und Entwicklungen einer Epoche vor. Die sechste und letzte Folge ist ein Résumée der bis heute sichtbaren Spuren, die die Grundlagen des Europas des 20. Jahrhunderts bilden.
"Auf der Suche nach dem Gedächtnis" porträtiert den leidenschaftlichen Hirnforscher und Nobelpreisträger Eric Kandel, der bewiesen hat, dass alles, was wir erleben, das Gehirn und sogar die Gene verändert. Kandel ist gebürtiger Wiener und Jude. Im Alter von 9 Jahren musste er nach Amerika emigrieren. In New York studierte er österreichische Literatur, wurde später Psychoanalytiker und Mediziner und ist seit 50 Jahren als Hirnforscher tätig. Kandels Reise durch die Erinnerung führt an die äußeren und inneren Orte seiner Kindheit in Wien, in den spannenden Laboralltag des Wissenschaftlers an seinem Institut an der Columbia University in New York, bis ins Zentrum des Hirns, wo alle Erinnerungen gespeichert sind. Der Film zeigt, wie die jüdische Kultur und Kandels traumatischen Kindheitserlebnisse in der Nazizeit seine Lebens- und Wissenschaftsgeschichte geprägt haben. In seiner Autobiografie schreibt er: "Nach dem Holocaust lautete das Motto der Juden: 'Niemals vergessen!' , wachsam gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass zu sein...Meine wissenschaftliche Arbeit widmet sich den biologischen Grundlagen dieses Mottos: den Prozessen im Gehirn, die uns zur Erinnerung befähigen."

